domesticate porn!

By hekuba

warum ziehst du dich auf der bühne aus, bevor meine band spielt? um zu zeigen wie gut du das kannst? nun, in diesem rahmen hast du dich kaum unpopulär gemacht, einzig die freundin des einen oder anderen verschämt interessiert blickenden hardcore-jungen hat sich ihm vielleicht zur versicherung dann harmlos-reizend anheischig gemacht. im allgemeinen aber ist es wohl etwas, daran gefallen zu finden, das man ihnen nachzusehen offenbar bereit ist. man ist nicht prüde. und gut anzusehen bist du, jedenfalls insofern dann auch mein ästhetisches empfinden mindestens anteilig von meiner – wie auch immer sozial durchzogenenen – triebstruktur seine impulse bekommt, unleugbar gewesen. bin mir schließlich unsicher ob solcher impuls mir neben anderen möglichen niedrig erscheinen soll, gerade in zeiten, da das allgemein aufgeklärte bekenntnis zur sinnlichkeit legion ist. reinheit ist dem leben im fleische nicht gegeben und der trieb scheut auch den geistigen stolz nicht, so ist zu lesen und weiter auf die spitze getrieben, sei diese demütigung ins menschliche zugleich doch eine ins animalische “so gott will”. man verschone mich sowohl mit dem mehrwert der sich aus der aufgeklärten überheblichkeit gegenüber der hemmung schlagen lässt (und ist das nicht dieselbe auf anderem niveau, die dem sex intellektuell etwas abzuringen wünscht – eine verwechslung, ein verbrämen, eine domestizierung?), als auch und das um so mehr mit der hässlichen komplizenschaft, der gemeinsamkeit im erlebten aufwallen des triebhaushaltes – männergruppen. so aufregend nun dein dich ausziehen war, so viele abgeschmacktheiten hält die szenerie nichtsdestoweniger bereit: die nachsichtig-bemühten, sich versichernden freundinnen, die domestizierung im ästhetisch-künstlerischen oder öffentlich-politischen als performance, die triebische kumpanei …

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